3:1 – SCL lebendiger denn je
Datum: 02.03.2010
Akt Nummer fünf im dramatischen Playoff-Viertelfinale zwischen Langenthal und Olten ist gefochten. Der SCL ist lebendiger denn je. Nach dem 3:1-Sieg in Olten kämpft das Team auf eigenem Eis um den 3:3-Ausgleich in der Serie.
«Wir gehen nach Olten um zu gewinnen», sagte SCL-Verteidiger Didier Bochatay nach dem 1:3 in der Serie vom letzten Sonntag. Danach müsse auf eigenem Eis der Big Point kommen und zuletzt würden die Oltner nervös. Aber man dürfe nicht über sieben Spiele denken. «Der nächste Match ist das Schlüsselspiel.» Das erste Level dieses dreistufigen Bochatay-Plans ist erledigt, ein dominanter SCL besiegte den EHC Olten mit 3:1-Toren.
Rasche Führung
In der siebten Minute ging der SC Langenthal 1:0 in Führung und die Chancen auf 2:0 zu erhöhen waren da. Doch statt einer 2:0-Führung im Power-Play konnte Olten zum 1:1 ausgleichen, ein Problem, welches das Berner Team die ganze Saison über beklagt, begonnen beim ersten Match bei den GCK Lions, als selbst nach einem 3:0-Vorsprung ein Ausgleich hingenommen werden musste.
Im ersten Drittel drückte der SCL erneut auf eine Führung doch auch die dritte Möglichkeit in Überzahl verstrich ungenutzt, obschon eine Gelegenheit den Zweitore-Vorsprung hätte bedeuten sein müssen. SCL-Stürmer Stefan Tschannen: «Im ersten Drittel hätte ich das 2:1 machen müssen.»
2:1 bei 5 gegen 3 Spieler
Kurz nach Wiederbeginn konnte Langenthal 98 Sekunden doppelte Überzahl spielen – Unmut auf den Rängen, während der Eismeister allerhand Gegenstände vom Eis kehren musste. Zuerst liess sich der SCL aus dem Drittel drängen, dann fuhr Serge Meyer aufbauend in die Oltner Abwehrzone und nach einer kurzen Puckstafette vollstreckte Eric Himelfarb.
Während kurzer Zeit zeigten die beiden Teams einen packenden, offenen Schlagabtausch, bei welchem Marco Gruber in der 29. Minute den Pfosten traf. Unter dem Strich hatte der SCL allerdings deutlich mehr vom Spiel, verschiedentlich zwangen die Oberaargauer die Solothurner zu Fehlern und zogen mehrfach Druckphasen auf. Nach zwei Dritteln hätte, gemessen am Gezeigten auch 3:1 stehen sollen.
3:1 bei 4 gegen 5 Spieler
Dieses Resultat prangte wenig später rot auf schwarz von der Anzeigetafel, Alex Chatelain hatte in Unterzahl getroffen. Der dritte Shorthander der Saison – bisher hatten nur Himelfarb und Lüssy je einmal in Unterzahl getroffen – bedeutete die Vorentscheidung. Olten erholte sich von diesem 1:3 sichtlich nicht mehr. Zwar versuchte das Team noch mit einiger Wucht noch einmal heranzukommen, doch Langenthal brachte den Vorsprung sicher über die Distanz.
«Es ist abartig, wie die Mannschaft vorne gespielt hat», lobte ein gutgelaunter Marc Eichmann nach dem Spiel, er habe nur zwei bis dreimal etwas halten müssen. Eine Untertreibung, Eichmann entschärfte einige hochkarätige Oltner-Chancen, so etwa eine von Brent Kelly, der fast schon auf der Torlinie zum Abschluss kam und die Scheibe dennoch nicht am Bollwerk Eichmann vorbei brachte. Der meint dazu: «Ich musste die erste Kiste kompensieren.» Beim Ausgleichstreffer hatte Eichmann nicht gerade gut ausgesehen.
Momentum beim SCL
Das Momentum ist nun beim SC Langenthal, da der EHC Olten nun stärker unter Zugzwang kommt, als dem Team aus der Dreitannenstadt lieb sein kann. Stefan Tschannen: «Es ist schwer zu sagen, wo das Momentum ist.» Aber: «Wenn wir so solid spielen wie heute, dann gewinnen wir am Freitag.»
«Wir spielten perfektes Hockey», schilderte Eichmann. «Wir haben sie dazu gezwungen, sich die Zähne an uns auszubeissen.» Dennoch sei schwer zu sagen, wo das Momentum nun sei: «Es kann auch wieder kehren.» Aber man wolle nun endlich auf eigenem Eis einen Playoff-Match gewinnen, es könne nicht sein, dass man dreimal hintereinander auf eigenem Eis verliere. «Olten ist nun unter Druck», bilanziert der SCL-Goalie weiter. «Wir haben nun ihren ersten Matchpuck abgewehrt.»
100.-Moser-Spiel – fürs Geschichtsbuch
100.-Moser-Spiel: Stephan Moser trug sein 100.-SCL-Spiel aus, somit gehört er neu zum «100er-Club», bisher erreichten 27 Spieler die 100er-Marke, seit der SCL wieder in der NLB spielt.
Daniel Gerber
Foto von Sandro Stutz, www.sast-sport.com

