Finale: Das Wintermärchen geht weiter

Der SC Langenthal gewinnt mit 3:1-Toren gegen den HC Ajoie und schreibt damit Eishockey-Geschichte, denn die Halbfinal-Serie ist somit mit 4:1-Triumphen entschieden. Zum zweiten Mal nach 2012 erreicht der SCL das Finale.

Es ist geschafft. In einem engen Fight gegen den HC Ajoie setzt sich der SC Langenthal durch. Nach dem 4:0 über Hockey Thurgau entscheidet der SCL, für eine Halbfinale-Serie, früh: Mit 4:1-Siegen zieht die Mannschaft ins Finale ein. 
Wie in den vier davor verstrichenen Matches  lieferten sich die beiden Clubs ein enges Duell.

Frühe Führung
Schon früh im Startdrittel kann der SC Langenthal zu einem Power-Play antreten. Lange zirkuliert die Scheibe, ab und an muss der SCL neu aufbauen. Doch elf Sekunden vor Ablauf der Überzahl-Situation schiesst Claudio Cadonau von der blauen Linie aus – Elien Paupe lässt den Puck abprallen, Brent Kelly drückt sie über die Linie zur frühen 1:0-Führung.
Und kaum sind zwei Minuten im Boxplay überstanden, erkämpft Dario Kummer den Puck, Josh Primeau haut ihn auf das Tor, sie prallt ab, Jeffrey Füglister wischt die freiliegende Scheibe ins Tor.
Das Team von Trainer Jason O’Leary kontrolliert das Spiel und als es kurz nach der Hälfte des Mitteldrittels für 110 Sekunden mit zwei Athleten mehr antreten kann, ist die Chance, dem Gegner mit einer Resultats-Erhöhung den Mumm zu nehmen auf dem Präsentierteller da – sie verstreicht aber ungenutzt, der ein und andere Schuss mehr wäre denkbar gewesen. Der SCL geht mit einer 2:0-Führung in die erste Drittelspause.

Kampf gegen Ausgleich
Plötzlich ist der HC Ajoie wieder da. Mit einem blitzsauberen, schönen Querpass leitet Philip-Michael Devos den Anschlusstreffer in. Durch diese Seitenverlagerung öffnet sich für Jan Mosimann das Tor, da Marco Mathis noch am Verschieben ist – ein durchaus schöner Treffer in diesem packenden Duell.
Als es zur Drittelsmitte hektisch wird, erhalten die Jurassier sogar die Gelegenheit zum Ausgleich. Die Nordwestschweizer können nach einem Handgemenge mit vier gegen drei Spieler antreten (je ein Spieler sitzen zudem bereits draussen). Mehrfach gelingt jedoch die Befreiung und schliesslich wird Jan Mosimann ebenfalls auf die Strafbank geschickt, womit bei beiden Teams, deshalb kann der SCL zum Ende dieser mitreissenden Phase in Überzahl antreten, nachdem die übrigen Akteure zurück auf dem Eis sind.

Kummer entscheidet, Mathis hält dicht
Ajoie strebt nach dem Ausgleich, doch Goalie Marco Mathis pariert gegen Kevin Bozon aus nächster Nähe (42. Minute) und Miguel Orlando aus der Distanz (48. Minute).
Meist aber ist es der SC Langenthal, der darauf drängt, die Führung auszubauen, aber nicht um jeden Preis; denn Ajoie kämpft engagiert gegen das sich mit jeder Minute mehr auftürmende Saisonende.
Gut sortiert steht der SCL in der Abwehr, insbesondere während einem Boxplay zur Drittelsmitte, in welchem kein Schuss direkt auf Mathis kommt. Mehrere Abschlussversuche werden von der Abwehr geblockt, andere Geschosse gehen neben das Gehäuse.
Kaum von der Strafbank zurück gelangt Pierrick Pivron an die Scheibe, spielt diese auf Dario Kummer weiter, der entwischt und zum 3:1 einschiesst. Bald folgt ein weiteres Unterzahl-Spiel, Ajoie-Coach Gary Sheehan nimmt Goalie Elien Paupe deshalb bereits in der 54. Minute für zwei Minuten raus, doch Langenthal übersteht die hart umkämpfte Schlussphase und zieht ins Finale ein.

Stimmen zum Spiel
SCL-Geschäftsführer Gian Kämpf: «Wir sind im Finale, es ist das zweite Mal wo das gelungen ist. Es war eine harte Serie. Über die ganze Serie zeigten wir aber, dass wir fast mit jeder Spielsituation umgehen können. Es ist ein nächster Schritt. Wir sind nun nicht im Finale zum Verlieren. Wir haben gesehen, dass viel möglich ist. Alle machten einen guten Job und arbeiteten hart daran, sind aber noch nicht am Ende. Das Ausscheiden im letzten Jahr gegen Martigny hinterliess Spuren, wir arbeiteten noch härter. Wir sind die wohl fitteste Mannschaft und taten wohl am meisten, die Ausgeglichenheit in der ganzen Mannschaft ist erkennbar, aber wie gesagt wir sind noch nicht am Ende.»
SCL-Trainer Jason O‘Leary: Auf die Frage, was im jetzt durch den Kopf geht: «Vorbereitung für die nächste Serie.» Und dies heute Abend? «Ja. Die Jungs machten einen guten Job, ich bin stolz auf ihren Effort, jeder machte einen guten Job. Wir gingen mit vier Linien, das machte den Unterschied. Zu stark auf eine Linie zu fokussieren ist schwierig. Unser Vorteil war, dass wir frischere Beine hatten. Das begann mit der Vorsaison und zog sich nun weiter. Nun haben die Spieler kurz frei um sich zu erholen und neu zu fokussieren.»
SCL-Stürmer Jeffrey Füglister: «Wir sind überglücklich, dass wir den Sieg heimtun konnten, es war ein hartes Stück Arbeit. Wir gaben nie auf, auch wenn es heiss zu und her ging im Mitteldrittel. Wir zogen unser Spiel durch.» Und betreffend der engen Spiele: «Das ist Playoff, gleich ob es 10:1 oder 2:1 steht. Wir zeigten, dass wenn es eng wird, wir fokussiert bleiben, auch wenn es knapp ist oder wir hinten drin sind. Unsere Moral ist top, in den Playoffs ist vieles mental, da sind wir auf Top-Niveau.» Was die Wende nach dem 2:5-Rückstand im ersten Spiel vorentscheidend? «Da ging ein unglaublicher Ruck durch das Team, mental war das für sie ein Knick. Und auch das Spiel in Ajoie mit dem Ausgleich kurz vor Schluss und dann dem raschen Entscheid in der Verlängerung war für sie schwierig. Wir haben sie auch moralisch geschlagen.»
SCL-Stürmer Daio Kummer: «Wir erwischten einen tollen Start und spielten das, was wir wollten. Im Mitteldrittel sind wir hinten nicht so gut rausgekommen.» Und zu seiner Vorbereitung des 2:1. «Beim Rush vermutete ich, dass er rechts antäuscht und links geht, so war es und ich konnte den Puck erobern und in die Mitte bringen.» Und zu seiner zweiten Finalteilnahme in Folge: «Es war toll zu sehen, wie uns immer mehr Fans anfeuern.»

Seitenblick – Lakers verwerten ersten Matchpuck
Die SC Rapperswil-Jona Lakers qualifizieren sich ebenfalls mit dem Endstand von 4:1-Siegen für das Finale. Die St. Galler stehen somit zum zweiten Mal hintereinander im NLB-Finale.

2. Finalteilnahme – fürs Geschichtsbuch
100.-Cadonau-Assist: Claudio Cadonau ist beim 1:0-Führungstreffer als zweitletzter am Stock. Es ist sein 100. Assist im Dress des SCL.
22 von 23 Heimsiege gegen Ajoie: Der SC Langenthal gewinnt auf eigenem Eis 22 der letzten 23 Spiele gegen den HC Ajoie.
SCL «überlebt» 13 Clubs: Nur noch 11 Teams der 24 Nationalliga-Clubs sind im Rennen. Der SCL hat somit eine ganze Reihe Mannschaften «überlebt». Die Rangierung erfolgt in chronologischer Reihenfolge des Saisonendes der Teams (bei gleichem Datum entscheidet das Alphabet): HC Ajoie, EHC Biel, HC La Chaux-de-Fonds, Lausanne HC, Servette-Genf, EHC Olten, Red Ice Martigny, EHC Visp, Hockey Thurgau, EHC Winterthur, EVZ Academy, Ticino Rockets und die GCK Lions.
2. Finalteilnahme: Zwar ist der Fact bereits ausführlich beschrieben, die zweite Finalteilnahme in der Clubgeschichte sei dennoch auch an dieser Stelle vermerkt: Zum zweiten Mal erreicht das Team das NLB-Finale, dies nachdem 2012, bei der ersten Teilnahme, der Titel gegen den Lausanne HC geholt werden konnte.

Text: Daniel Gerber
Foto: Leroy Ryser

SC Langenthal – HC Ajoie 3:1 (2:0, 0:1, 1:0)
Schoren. – 3634 Zuschauer. – SR: Müller/Wirth, Pitton/Stuber. – Tore: 4. Kelly (Cadonau, Tschannen/Ausschluss Neininger) 1:0. 9. Füglister (Primeau, Kummer) 2:0. 25. Mosimann (Devos, Hazen) 2:1. 51. Kummer (Pivron) 3:1. – Strafen: 8mal 2 Minuten gegen Langenthal. 7mal 2 Minuten gegen Ajoie. 
SC Langenthal: Mathis; Rytz, Cadonau; Ahlström, Pienitz; Marti, Völlmin; Wolf, Kläy; Tschannen, Montandon, Kelly; Füglister, Dünner, Primeau; Kämpf, Kummer, Pivron; V. Küng, Hess, Gerber.
HC Ajoie: Paupe; Hauert, Ast; Pouilly, Casserini; Orlando, Suleski; Devesvre, Girardin; Barbero, Devos, Mosimann; Neininger, Privet, Hazen; Bozon, Verret, Schweri; Tuffet, Macquat, Ranov.
Bemerkungen: SC Langenthal ohne Campbell, Schüpbach (beide verletzt), M. Küng, Christen, Duarte und Trüssel (alle überzählig). HC Ajoie ohne Fuhrer, Schmidt, Ryser (alle verletzt), Frossard (gesperrt), Marchon (bei Freiburg) und Blanchard (überzählig). 6. Pfostenschuss Rytz. 13. Lattenschuss Rytz. 53. Time-out Ajoie. 53:14 bis 55:49 und 59:02 bis 60:00 Ajoie mit sechstem Feldspieler statt Goalie Paupe.


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SO, 26. März, 17:30, Schoren
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FR, 24. März, 19:45, St. Galler Kantonalbank Arena
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