Niederlage nach 13-Tore-Show

Der SC Langenthal verliert das zweite Spiel gegen den Aufstiegsaspiranten. Nach der 4:9-Niederlage gegen die SCL Tigers liegt Langenthal in der Serie mit 0:2-Siegen hinten.

Wie wohl bisher kaum eine Halbfinal-Serie im letzten Jahrzehnt sorgt die Begegnung zwischen den beiden Clubs für Action und Emotionen. Nach zwei Spielen sind bereits 25 Tore und 178 Strafminuten in die Geschichtsbücher eingegangen. Punkte Härte war aber im heutigen Duell des Guten etwas zu viel. Doch der Reihe nach.

Frühe Führung
Nach nur 41 Sekunden zeigt Stefan Tschannen, dass der krankheitsbedingte Ausfall aus dem ersten Halbfinal-Duell kuriert ist – er schliesst einen der ersten Angriffe seines Teams erfolgreich ab. Die frühe Führung des Heimteams bindet den Aufstiegsaspirant aus dem Emmental aber nicht zurück.
Mit zwei Toren innerhalb von vier Minuten wendet Claudio Moggi das Spiel, jeweils assistiert von Lukas Haas, der einst in den Reihen des SC Langenthal angetreten ist (52 Spiele, 19 Punkte). Zu diesem Zeitpunkt hat das Team von Trainer Jason O’Leary in 73 Spielminuten 12 Gegentore kassiert. Dennoch gibt sich das Team nicht auf. Auch dank fürsorglicher Beihilfe von Christopher DiDomenico. Bevor er seinen Gegenspieler niederstreckt, vergewissert er sich mit einem Blick über die Schulter, dass mindestens einer der vier Schiedsrichter die Szenerie auch ganz bestimmt mitkriegt. Diese nutzt denn auch Joël Fröhlicher mit einem harten Distanzschuss zum 2:2-Ausgleich.

Rascher Rückstand
Kurz nach dem Start des Mitteldrittels handelt sich Jeff Campbell eine Zweiminutenstrafe ein. Auf dem Eis steht der in dieser Serie alles überragende Anton Gustafsson. Hungrig auf weitere Tore. Als Vincenzo Küng dann seinen Stock züchtigend gegen Anton Gustafsson einsetzt, kassiert Küng – der im letzten Duell zwischen den beiden Teams in der Eishalle Schoren noch mit zwei Treffern geglänzt hatte – ebenfalls eine Zweiminutenstrafe, was zu einer doppelten Unterzahl für 1:28 Minuten führt.
Die Tigers nutzen den Zweifachausschluss zum 3:2 und den verbleibenden Einfachausschluss zum 4:2-Führungstreffer. Somit liegt der Qualifikationssieger erneut vorne.

Mit harten Bandagen
Ein Tiger-Power-Play übersteht der SC Langenthal zunächst unbeschadet. Und wenig später ist die Hoffnung zurück in der Eishalle Schoren. In einem eigenen Powerplay fasst sich Hans Pienitz ein Herz und donnert den Puck aus der Distanz rein. Doch  die Hoffnung ist ein kurzer Gast, schon bald zieht die Mannschaft von Bengt-Ake Gustafsson auf 3:6 davon. Und der ermutigende Füglister-Anschluss zum 4:6 wird fast postwendend mit dem 4:7 beantwortet.
Dann geht es zu polysportiv zu. Bekannt ist, dass sich Christopher DiDomenico ab und an zu einer unnötigen Strafe hinreissen lässt. Es ist nicht auszuschliessen, dass SCL Verteidiger Joël Fröhlicher nicht gleich mehrere Wochen übermässig betrübt gewesen wäre, wenn DiDomenico nach einem kurzen, angeregten Wortwechsel sich zur Entgegennahme einer Strafe bereiterklärt hätte. Dies geschah nicht. Doch dann wurde der Kanadier gelegt und von zwei anderen Spielern geprügelt. Das liessen sich die Tigers nicht gefallen und bald wurde heftig gekämpft. Zuletzt wurde für diese Aktionen 47 Strafminuten ausgesprochen.

Stimmen zum Spiel
Tigers-Trainer Bengt-Ake Gustafsson: «Wir hatten nicht einen so guten Start, aber dann sind wir ins Spiel zurückgekommen. Es geschahen erneut viele Strafen, das war für den Rhythmus nicht gut. Aber unser Power-Play funktioniert gut und das konnten wir benutzen.»
SCL-Verteidiger Silvan Lüssy: «Es war ein perfekter Start ins Spiel, doch durch das Band gab es zu viele Strafen. So dürfen wir nicht spielen, das wir brutal bestraft. Ich hoffe, dass wir es nach zweimal gelernt haben. Die lange Serie, die Müdigkeit ist nicht der Grund, es ist eine neue Serie. Wir wissen, dass ihr Powerplay stark ist. Wir hatten einen guten Start. Das muss unser Weg sein.»
SCL-Geschäftsführer Gian Kämpf: «Sie sind gut gestartet, spielten gutes Hockey und wir sahen relativ schnell, dass wenn man dumme Fehler macht, sie kaltblütig sind und das sofort bestrafen. Je länger es ging, liessen wir uns mitreissen von den Emotionen, dadurch schlitterte der Match komplett aus den Händen, auf der Strafbank gewinnt man keinen Play-off Match.»
Tigers-Stürmer Lukas Haas: «Wir haben gewonnen, das ist das wichtigste. Wir sind nicht so optimal gestartet. Im ersten Drittel liessen wir uns noch oft provozieren und gewannen dann die Oberhand. Ich gebe immer das möglichste, heute bin ich sicher zufrieden (Anm. d. Red.: Haas gab vier Assists), auch mit der Leistung der Mannschaft bin ich zufrieden. Es sind Playoffs und es ist ein Derby, aber es sind Dinge passiert, die Schade sind für ein Eishockey-Match.»

Seitenblick – Olten ebenfalls 2:0 vorne
Der EHC Olten setzte sich ebenfalls durch und liegt in der Serie 2:0 vorne.

232. Spieler – fürs Geschichtsbuch*
232. Spieler: Calvin Thürkauf spielte seinen ersten Match für den SC Langenthal. Der junge Athlet aus dem Nachwuchs des EV Zug ist der 232. Spieler, der einen Ernstkampf für den SCL bestreitet.
50. Fröhlicher-Punkt: Joël Fröhlicher erzielt mit seinem Tor zum 2:2-Ausgleich seinen 50. Skorerpunkt für den SC Langenthal.

* Bei Verteidigern werden die Zehner-Schritte im Geschichtsbuch verzeichnet (Tore, Assists oder Punkte), bei Stürmern die Fünfzigerschritte.

Text: Daniel Gerber
Foto: Leroy Ryser

SC Langenthal – SCL Tigers 4:9 (2:2, 0:2, 2:5)
Schoren. – 4012 Zuschauer. – SR: Clément/Dipietro, Gnemmi/Micheli. – Tore: 1. Campbell (Tschannen, Kelly) 1:0. 9. Claudio Moggi (Haas, Sven Lindemann) 1:1. 13. Claudio Moggi (Haas, Sandro Moggi/Ausschluss Campbell) 1:2. 18. Fröhlicher (Triulzi, Arnold/Ausschluss DiDomenico) 2:2. 23. (22:18) Nüssli (Ausschlüsse Campbell, Vincenzo Küng) 2:3. 24. (23:50) DiDomenico (Ronchetti, Haas/Vincenzo Küng) 2:4. 44. Pienitz (Tschannen, Kelly/kleine Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis gegen Tigers) 3:4. 48. Sven Lindemann (Hecquefeuille, Haas/Ausschluss Campbell) 3:5. 50. (49:16) Bucher (DiDomenico) 3:6. 51. (50:30) Füglister (Triulzi, Fröhlicher) 4:6. 52. (51:33) Bucher (Gustasson) 4:7. 57. Albrecht (Tom Gerber/Ausschluss Fröhlicher) 4:8. 59. Albrecht (Tom Gerber, Stettler/Ausschluss Fröhlicher) 4:9. – Strafen: 12mal 2 Minuten plus 1mal 5 Minuten (Fröhlicher), 1mal 10 Minuten (Fröhlicher) plus 1mal Spieldauerdisziplinarstrafe (Fröhlicher) gegen Langenthal. 9mal 2 Minuten plus 1mal 10 Minuten DiDomenico gegen die SCL Tigers.
Langenthal: Eichmann; Schüpbach, Pienitz; Collenberg, Mike Küng; Lüssy, Fröhlicher; Minder, Welti; Tschannen, Campbell, Kelly; Arnold, Füglister, Triulzi; Vincenzo Küng, Gemperli, Ranov; Spiller, Thürkauf, Hügli.
SCL Tigers: Ciaccio; Müller, Stettler; Kim Lindemann, Hecquefeuille; Bonnet, Ronchetti; Zryd; Bucher, Gustafsson, DiDomenico; Sven Lindemann, Claudio Moggi, Haas; Sandro Moggi, Adrian Gerber, Nüssli; Wyss, Albrecht, Tom Gerber; Rexha.
Bemerkungen: Langenthal ohne Kämpf, Schäublin, Schefer, Schnyder (alle verletzt), Hobi (krank), Carbis (gesperrt), Dünner, Marchon und Stämpfli (alle bei Zug). SCL Tigers ohne Bärtschi, Croce, Lakos, Rüegg, Schlapbach, Sterchi und Tremblay (alle überzählig).


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DI, 18.12.2018, 20.00 Uhr, Schoren
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4
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SO, 9.12., 17:30 Uhr, Kleinholz
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